Ich gehe langsam aus der Welt heraus – Lesereihe und Gespräch über Trauer, Abschied und Sterben

Sterben, Trauer und das Abschiednehmen von geliebten Menschen sind schwere Themen. Doch zunehmend findet die Auseinandersetzung mit dem Tod ihren Weg in die Zivilgesellschaft und erfährt auch mehr Aufmerksamkeit in der Literatur. Viele, die den Verlust eines Menschen erleben, suchen nach Möglichkeiten sich auszutauschen und mit ihrer Trauer nicht allein zu sein. Literatur kann dabei Rat und Trost für Betroffene und Angehörige spenden.

Peter Holzer und Anette Föllmer stellen Bücher zum Thema vor. Sie engagieren sich ehrenamtlich in der Ambulanten Hospizgruppe in Bruchsal und Umgebung. Musikalisch werden die Lesungen von Wolfgang Köbler begleitet.

Die nächste Lesung mit Gespräch findet am Dienstag, den 14. Februar 2023 um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Bruchsal statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für Fragen stehen das Team der Stadtbibliothek unter 07251/79-310 oder per E-Mail an stadtbibliothek@bruchsal.de zur Verfügung.

Abschied und Willkommen – Koordinatorinnenwechsel bei der Ambulanten Hospizgruppe

Die Koordinatorinnen der Ambulanten Hospizgruppe stehen mit ihrem Fachwissen und ihren Erfahrungen für Anfragen und Beratungen zur Verfügung – sowohl für Netzwerkpartner und alle Menschen, die die Unterstützung der Hospizgruppe suchen als auch für die Ehrenamtlichen. Sie sind ein wichtiges Bindeglied in der Gruppe. Daher hat der Weggang der Koordinatorin Kristina Weinert die Ambulante Hospizgruppe sehr bewegt – vor allem, weil sie mit „Tina“ einen ganz besonderen Menschen gehen lassen musste.

Mit ihrer ehrlichen und direkten Art brachte sie ihre Gesprächspartner oft zum Lachen, schaffte es damit aber auch, in schwierigen Situationen beim Wesentlichen zu bleiben und somit Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Warmherzig konnte sie sich gut in andere einfühlen und fand immer die richtigen Worte. Nun zog es die „Berliner Schnauze“ zurück in ihre alte Heimat.

Ihre Stelle als Koordinatorin wird von Juliane Höft übernommen. Als examinierte Krankenschwester und Palliativ-Fachkraft bringt sie einen großen Erfahrungsschatz mit in die Ambulante Hospizgruppe – sowohl bei medizinischen Begrifflichkeiten als auch im Umgang mit den verschiedensten Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen. Und auch den Ehrenamtlichen ist Juliane schon gut bekannt, denn sie engagiert sich seit 2020 als Sterbebegleiterin in der Hospizgruppe.

Die Ambulante Hospizgruppe wünscht Kristina Weinert alles erdenklich Gute für ihren weiteren Weg und freut sich sehr, Juliane Höft als neue Koordinatorin begrüßen zu dürfen.

 

Text und Bild: Claudia Leitloff

Viel Neues im Advent

Zahlreiche Ehrenamtliche der Ambulanten Hospizgruppe waren der Einladung zu einem Gruppenabend im Advent gefolgt, um bei leckerem Essen und Getränken gemütlich beisammensitzen. Neben langjährigen Bekannten und Freunden, konnte man an diesem Abend auch vielen neuen Menschen begegnen, denn die Hospizgruppe hat reichlich Zuwachs bekommen. Siebzehn neue Ehrenamtliche kommen im Jahr 2022 dazu und engagieren sich in der Sterbe- und Trauerbegleitung. In der lockeren Atmosphäre des Gruppenabends gab es zwischen den „alten“ und den „neuen“ Ehrenamtlichen natürlich viele Geschichten zu erzählen, viele Erfahrungen auszutauschen und immer wieder auch viel zu lachen. Offiziell in der Hospizgruppe begrüßt wurden die Neuen von einer Ehrenamtlichen, die ebenfalls ganz neu in ihrem Amt angekommen ist: Anette Föllmer, langjährige Sterbebegleiterin und seit 2020 stellvertretende Vorsitzende der Ambulanten Hospizgruppe, hat sich nach dem Ausscheiden von Ulrike Langendörfer bereit erklärt, das Amt der ersten Vorsitzenden zu übernehmen. Sie wurde von der Gruppe herzlich in dieser neuen Position begrüßt. Und es gab sogar noch mehr Neuigkeiten. Die Sterbebegleiterin Juliane Höft bringt sich seit Dezember auch hauptamtlich in der Hospizgruppe ein und ist fortan als Koordinatorin tätig. Die Anwesenden freuten sich sehr, Juliane als Koordinatorin willkommen zu heißen – und waren gleichzeitig aber auch traurig, weil Juliane die Stelle von Kristina Weinert übernimmt, die zum Jahresende das Karlsruher Land und somit schweren Herzens auch die Ambulante Hospizgruppe verlässt. Sie wurde sehr herzlich und mit vielen schönen Erinnerungen und Anekdoten aus ihrer Zeit bei der Hospizgruppe verabschiedet.

 

Bild: neue Ehrenamtliche bei der Adventsfeier der Ambulanten Hospizgruppe, Bericht und Bild: Claudia Leitloff

Spendenprojekt in der Vorweihnachtszeit

Die Ambulante Hospizgruppe beteiligt sich an einem Spendenprojekt der Nussbaum Stiftung.

Unter dem Motto: „Neustart nach Corona – Fortbildung für ehrenamtliche Sterbebegleiter/innen“ sammeln wir Gelder, um Ehrenamtliche mit zusätzlichen Kenntnissen für die praktische Arbeit auszustatten.

Bei der Spendenmeisterschaft der Nussbaum Stiftung werden alle Spenden, die zwischen dem 5.12. und dem 12.12. über die Website „gemeinsamhelfen.de“ für unsere Gruppe eingehen, aus dem Topf der Nussbaum Stiftung aufgestockt. Das Spenden lohnt sich in diesem Zeitraum also besonders!

Vielleicht kennt Ihr / kennen Sie ja Menschen, die in der Vorweihnachtszeit gern spenden möchten? In dem Fall: Bitte weitersagen!!! Wir würden uns sehr freuen.

Hier der Link zum Projekt:

https://nussbaum.engagementportal.de/projects/94855

 

Bild: Ulrike Kuhlmey

Tief bewegt und lauthals lachend – Die Gesprächs- und Lesereihe der Ambulanten Hospizgruppe in der Bruchsaler Stadtbibliothek zeigte Trauer in zahlreichen Facetten

Die Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung veranstaltete, in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bruchsal, im November den zweiten Teil der Gesprächs- und Lesereihe „Ich gehe langsam aus der Welt heraus“. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren gekommen und erlebten an diesem Abend zwei sehr unterschiedliche Arten, literarisch mit dem Thema Trauer umzugehen.

In einem gemütlich hergerichteten Raum begrüßte die Bibliotheksleiterin Petra Droll zunächst die Gäste. Dann stellte Anette Föllmer mit dem Buch „Trauer ist das Glück, geliebt zu haben“ von Chimamanda Ngozi Adichie eine sehr persönliche und genaue Beschreibung von Trauer vor. Die Autorin, eine kluge, wissenschaftlich und literarisch erfolgreiche Frau, tief geprägt von ihren nigerianischen Wurzeln, ist erschüttert vom plötzlichen Verlust ihres Vaters und lässt die LeserInnen tagebuchartig an ihren Erlebnissen, Eindrücken und Gefühlen teilhaben: unerwartete Reaktionen von ihr selbst, hilfreiche und wenig hilfreiche Reaktionen der Anderen, organisatorische Schwierigkeiten, Rituale und der Umgang mit dem Tod. Besonders eindrücklich war die Konfrontation mit einem Satz über Trauer, den sie selbst, Jahre zuvor, in einem Buch geschrieben hatte: „Trauer ist das Glück, geliebt zu haben“.

Um das Gehörte wirken zu lassen, schuf Wolfgang Köbler, wie schon beim letzten Mal, mit seinem Gitarrenspiel einfühlsame Redepausen.

Peter Holzer schloss mit einem Buch an, welches wegführte von einer autobiografischen Beschäftigung mit dem Thema Trauer, hin zu einer fiktiven Geschichte. Im Buch „Marianengraben“ lässt die junge Schriftstellerin, Biologin und Bloggerin Jasmin Schreiber zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen. In einem literarischen „Roadmovie“ gehen die Studentin Paula, die nach dem Ertrinken ihres jüngeren Bruders in einer Depression steckt, und der wortkarge, etwas brummelige Rentner Helmut zusammen auf eine Reise. Es wurde viel gelacht im Publikum, als Peter Holzer verschiedene absurde und witzige Stationen dieser Reise vorlas, welche dazu führten, dass die beiden Protagonisten überraschende Ähnlichkeiten zueinanderfinden – und schließlich auch Trost und Hoffnung.

Am Dienstag, den 14.02.2023, können Sie sich um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Bruchsal wieder in verschiedene literarische Welten entführen lassen – und vielleicht neue Lesetipps und Denkanstöße mit nach Hause nehmen.

 

Text: Claudia Leitloff

Foto: Kirsten Schuller-Riedl