Monate: Juli 2020

Worte statt Berührungen

Rosita Stricker ist seit 15 Jahren ehrenamtlich als Sterbebegleiterin tätig. Sie war auch während der Coronapandemie schon mehrfach für die Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung im Einsatz und berichtet in einem Gespräch über ihre Eindrücke. Rosita, wie bist Du zu der Entscheidung gekommen, trotz der Coronapandemie sterbende Menschen persönlich zu begleiten? Rosita Stricker: Meine erste Reaktion in dieser Frage war ganz klar. Am Sterben hatte sich doch nichts geändert. Sterben nimmt keine Rücksicht auf äußere Umstände. Warum sollte sich also für mich etwas ändern? Nachdem dann jedoch immer mehr Informationen über dieses Virus bekannt wurden bin ich schon noch einmal nachdenklich geworden. Aber durch die Schutzausrüstung und die räumliche Distanz, die ich immer strikt gewahrt habe, fühlte ich mich sicher. Dann war es soweit: Es kam die erste konkrete Anfrage für eine Begleitung… Rosita Stricker: Da gab es kein Überlegen. Das war ein spontanes JA! Rosita lacht. Aber es war ein merkwürdiges Gefühl so viel „Material“ zwischen mir und dem Sterbenden zu haben. So hat es sich wirklich angefühlt. Da war so viel „Material“.  Und …