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Die Ambulante Hospizgruppe erweitert ihr Angebot – Neue Trauergruppe für Männer

Die Ambulante Hospizgruppe freut sich, ihr Angebot für Trauernde im Oktober erweitern zu können – um eine neue und eine alte Veranstaltung. Nachdem das Paul-Schneider-Gemeindehaus in Wiesental aufgrund von Corona lange nicht genutzt werden konnte, darf ab Oktober das Café Regenbogen dort wieder stattfinden. Am 25. Oktober sind trauernde Menschen also herzlich eingeladen, sich in Wiesental in gemütlicher Runde zusammenzufinden und auszutauschen. Das bisher als „Ersatztermin“ angebotene Café Regenbogen in Bruchsal hat sich inzwischen als feste Anlaufstelle etabliert und wird deshalb auch weiterhin stattfinden. Darüber hinaus startet die Hospizgruppe mit einem neuen Angebot – einem Angebot nur für Männer. Denn oftmals werden Gruppenangebote vor allem von Frauen wahrgenommen. Eindrücke und Erfahrungen von Männern sind in diesen Runden eher selten. Und vielleicht fehlt die männliche Sichtweise dem einen oder anderen, um die eigene Situation in den Erzählungen anderer wiederzufinden und sich (richtig) verstanden zu fühlen. Aus diesem Grund bietet die Ambulante Hospizgruppe ab Oktober einmal im Monat eine Trauergruppe speziell für Männer.

Die Trauer-Termine im Überblick:
Neues Angebot: Männertrauergruppe
Sonntag, 11. Oktober von 17:00 – 19:00 Uhr, Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal
Bitte bringen Sie ein eigenes Trinkgefäß und einen Mundschutz mit.
Zur Vorbereitung des Raumes ist eine Anmeldung erforderlich.
Café Regenbogen
Begegnungsmöglichkeit für trauernde Menschen
Sonntag, 18. Oktober von 15:00 – 17:00 Uhr, Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal
Sonntag, 25. Oktober von 15:00 – 17:00 Uhr, Paul-Schneider-Gemeindehaus, Rosenhag 10, 68753 Waghäusel-Wiesental
Bitte bringen Sie ein eigene Tasse und einen Mundschutz mit.
Zur Vorbereitung des Raumes ist eine Anmeldung erforderlich.
Verwitwet mitten im Leben
Selbsthilfegruppe (bis 65 Jahre)
Montag, 19. Oktober von 19:00 – 21:00 Uhr, Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal
Bitte bringen Sie einen Mundschutz mit.
Anmeldung erbeten.
Informationen, Anfragen und Anmeldungen unter Telefon: 07251 – 320 40 10 oder per Mail an: bruchsal@hospizgruppe.de

 

Bold: Andre Friedel

Neuwahlen bei der Ambulanten Hospizgruppe

Ohne Schatzmeister geht es nicht im Verein und so berief die „Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“, nachdem Irene Heidinger ihr Amt niedergelegt hatte, eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Damit das im Frühjahr frisch gewählte Leitungsteam um die erste Vorsitzende Ulrike Langendörfer voll besetzt und handlungsfähig bleibt, sollte möglichst zeitnah eine Neuwahl stattfinden, welche trotz Ferienzeit und Corona-Pandemie erfolgreich veranstaltet wurde. Passende Kandidaten konnten gewonnen und organisatorische Hindernisse überwunden werden. Mit den Worten „In solchen Zeiten müssen wir zusammenhalten“ stellte der Hauptgeschäftsführer der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e.V.,  Markus Liebendörfer, dem Kooperationspartner einen ausreichend großen Raum zur Verfügung, um die Abstandsregelungen bei der Versammlung einhalten zu können. Und so durfte Ulrike Langendörfer die Mitglieder der Hospizgruppe im Speisesaal der Lebenshilfe begrüßen. Nachdem Irene Heidinger für ihr langjähriges Engagement und die viele geleistete Arbeit gewürdigt worden war, wurde sie auf Empfehlung der Kassenprüfer einstimmig entlastet. Für das Amt des Schatzmeisters konnte  Dr. Peter Tillert gewonnen werden, der somit künftig neben seinem Ehrenamt als Sterbebegleiter die Hospizgruppe auch im Leitungsteam unterstützen wird. Ebenfalls neu im Leitungsteam ist die Ehrenamtliche Sabine Mitternacht, welche zur Schriftführerin gewählt wurde. Anette Föllmer, die sich bereits seit dem Frühjahr sehr engagiert als Mitglied im Leitungsteam einbringt, übernimmt nun den zweiten Vorsitz. Die Kassenprüfer Edith Nagel und Dr. Heiner Bolz wurden unter herzlichem Dank aus ihrem Amt verabschiedet. An ihre Stelle treten nun die Ehrenamtlichen Erika Ebert und Sonja Bayer. Als neue Datenschutzbeauftragte konnte Marianne Eisinger-Watzl gewonnen und ernannt werden. Sie übernimmt das Amt von Roland Reim, dem Ulrike Langendörfer ihren Dank für seinen Einsatz aussprach. Im Anschluss an die Wahlen wurden alle „Neuen“ mit Blumen und einem kleinen Umtrunk herzlich in ihrem neuen Amt begrüßt, in dem neben viel Engagement und Arbeit sicherlich auch viel Freude auf sie wartet.

Bild: Das neue Leitungsteam der Ambulanten Hospizgruppe
oben v.l.n.r.: Beatrix Hasert, Peter Tillert, Sabine Mitternacht
unten v.l.n.r.: Anette Föllmer, Ulrike Langendörfer, Rosita Stricker

Foto und Bericht: Claudia Leitloff

Büro für 3 Wochen geschlossen

Leider müssen wir vom 31.08. bis 18.09.2020 aufgrund von Krankheit und Urlaub das Büro komplett schließen. Freundlicher- und dankenswerterweise hat sich der Ökumenische Hospizdienst Bruchsal bereit erklärt, in dieser Zeit bei Anfragen für Sterbebegleitungen einzuspringen (Telefon: 07251 – 800858).

Worte statt Berührungen

Rosita Stricker ist seit 15 Jahren ehrenamtlich als Sterbebegleiterin tätig. Sie war auch während der Coronapandemie schon mehrfach für die Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung im Einsatz und berichtet in einem Gespräch über ihre Eindrücke.

Rosita, wie bist Du zu der Entscheidung gekommen, trotz der Coronapandemie sterbende Menschen persönlich zu begleiten?

Rosita Stricker: Meine erste Reaktion in dieser Frage war ganz klar. Am Sterben hatte sich doch nichts geändert. Sterben nimmt keine Rücksicht auf äußere Umstände. Warum sollte sich also für mich etwas ändern? Nachdem dann jedoch immer mehr Informationen über dieses Virus bekannt wurden bin ich schon noch einmal nachdenklich geworden. Aber durch die Schutzausrüstung und die räumliche Distanz, die ich immer strikt gewahrt habe, fühlte ich mich sicher.

Dann war es soweit: Es kam die erste konkrete Anfrage für eine Begleitung…

Rosita Stricker: Da gab es kein Überlegen. Das war ein spontanes JA! Rosita lacht. Aber es war ein merkwürdiges Gefühl so viel „Material“ zwischen mir und dem Sterbenden zu haben. So hat es sich wirklich angefühlt. Da war so viel „Material“.  Und auch der Abstand zu den Angehörigen.

Schränkten die gebotenen Schutzmaßnahmen die Kontaktaufnahme zum Sterbenden und seinen Angehörigen also ein? Wie war das für Dich?

Rosita Stricker: Nähe bringt ja auch ein Gefühl rüber. Oftmals sagt eine Berührung so viel – ganz ohne Worte. Aber in der derzeitigen Situation bleiben mir halt nur diese Worte. Da hat mir die Nähe schon gefehlt. Wobei ich sagen muss, dass von der räumlichen Distanz her gefühlt immer ich die Bremse war. Bei den Angehörigen hatte ich in keiner der Begleitungen, die ich jetzt in dieser Zeit gemacht habe, das Gefühl, dass wegen Corona irgendwelche Ängste da gewesen wären. Ich glaube, die Angehörigen eines sterbenden Menschen sind in einer solchen Sondersituation, da war Corona einfach zweitrangig.

Und der Mund-Nasen-Schutz?

Rosita Stricker: Der Blickkontakt hat eindeutig an Intensität gewonnen. Wenn ein Teil des Gesichts verdeckt ist werden die Sinne ja ganz anders angesprochen. So viele Befindlichkeiten erkennt man auch am Mund. Da habe ich mich schon gefragt: Wie werde ich von den Menschen, auf die ich in meinem Einsatz treffe, wohl wahrgenommen?

… und dann war der erste Besuch bei Deiner Begleitung vorbei. Was ging in Dir vor, als Du zur Tür raus bist?

Rosita Stricker: Runter mit dem Zeug! Rosita deutet auf die Schutzkleidung und lacht.

Hatten die Begleitungen unter Covid 19 generell eine besondere Wirkung auf Dich?

Rosita Stricker: Ich hatte das Gefühl, dass mir große Dankbarkeit entgegen gebracht wurde.
Und durch die Wahrung der Distanz ist mir noch bewusster geworden, wie sehr die Nähe wirklich gesucht wird. Aber im Moment haben wir keine andere Wahl, wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen und die Schutz- und Hygienemaßnahmen einhalten.

Was denkst Du ist die wichtigste Frage, die sich Hospizbegleiter im Moment vor dem Einsatz stellen und ehrlich beantworten müssen?

Rosita Stricker: Will ich und kann ich.
Wenn auch nur der geringste Zweifel, die geringste Angst da ist, dann sollte man auf gar keinen Fall in den Einsatz gehen.

 

Bild: Herbert Stricker

Lehrerkollegium spendet für die Hospizarbeit

Dass Lehrerinnen und Lehrer, die jeden Tag mit dem wachsenden Leben und der Jugend befasst sind, trotz allem auch die Vergänglichkeit im Blick behalten können, bewies nun das Kollegium der Michael Ende Schule in Bad Schönborn. Auf die Initiative von Simone Lichtblau hin, sammelte das Lehrerteam beim Weihnachtswichteln Geld für die „Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“. Ganze 200 Euro waren so zusammen gekommen! Sie unterstützen nun die Arbeit der Hospizgruppe für die Menschen der Region. Die feierliche Übergabe der Spende sollte eigentlich im Rahmen einer Unterrichtseinheit stattfinden, die das „Hospiz-trifft-Schule“ Team der Hospizgruppe in der Michael Ende Schule gestalten wollte. Leider musste diese nun, aufgrund von Corona, ins nächste Schuljahr verlegt werden. Trotzdem ist die Spende gut bei der Ambulanten Hospizgruppe angekommen und die Freude darüber war riesig! Nun wünschen wir uns, dass das „Hospiz-trifft-Schule“ Team im nächsten Schuljahr die Michael Ende Schule besuchen und mit Schülern und Lehrern über die hospizliche Arbeit und ganz persönliche Erfahrungen sprechen kann. So, dass sie hoffentlich eng bleiben, die Beziehungen zwischen Schule und Hospizarbeit.

 

Bild: Ulrike Kuhlmey