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Geteiltes Leid und Hoffnungsschimmer – Seminartag für Angehörige nach Suizid

Dass geteiltes Leid halbes Leid sei ….das sagt sich so leicht. Ob es letztlich stimmt, können nur die Betroffenen selbst beurteilen. Dass  Menschen mit ähnlichem Schicksal ein klein wenig leichter ums Herz werden kann, wenn sie erleben, dass sie mit so vielen anderen in einem Schicksals-Boot sitzen – das war am Ende des Seminartages, den die Ambulante Hospizgruppe in Kooperation mit der Katholischen Klinikseelsorge angeboten hat, greifbar. Wie kein anderes Thema macht der Suizid eines Menschen alle anderen drumherum sprachlos, ist diese Todesart doch ein einziges Tabu. Angehörige stürzen von einer Sekunde auf die andere in ein unvorstellbares Gefühlswirrwarr, in dem abwechselnd Scham, Schuld, Versagen oder Wut die Oberhand gewinnen. Keine andere Todesart hinterlässt so viel Ambivalenz dem Menschen gegenüber, der diesen Schritt vollzogen hat. Da war es hilfreich von der Referentin Tatjana Hartmann-Odemer, systemische Therapeutin, einfach ganz nüchtern ein paar Fakten zu hören. Wie es zu einem Suizid kommen kann, welche Auslöser es geben kann, welche psychischen aber auch sozialen Gegebenheiten einen Suizid begünstigen, warum Anzeichen häufig nicht als solche wahrgenommen werden und vieles andere mehr. Es tat gut zu hören, dass einem solchen Schritt nie nur eine Ursache zu Grunde liegt, sondern immer einiges zusammen kommen muss bis es dann zum letzten Anstoß kommt. Ist der Entschluss, sich das Leben zu nehmen, erst einmal getroffen, kehrt häufig zumindest nach außen hin in dieser Person große Ruhe ein. Viele der Teilnehmenden hatten immer wieder déjà-vue-Erlebnisse …ja genau so war es bei ihnen auch. Allein solches zu hören, ist eine Erleichterung für die hinterbliebenen Angehörigen, die  nicht selten die Angst haben, gar selbst verrückt zu werden angesichts der vielen nie zu beantwortenden Fragen. Nach dem Vortrag und einem schön angerichteten Imbiss der Lebenshilfe Bruchsal konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene symbolische Stationen aufsuchen. Da gab es z.B. eine Klagemauer, einen Ort der Wünsche, einen Ort für‘s Gespräch. Manche fanden sich lieber am Ort der Stille ein, wieder andere nutzten den symbolischen Gang durchs Labyrinth als Vertrauen schaffende Erfahrung. Fast jeder bzw. jede nahm vom Ort der Erinnerung eine selbst gefertigte Holzperlenkette mit, gar mancher ließ es sich einfach nur für ein paar Minuten gut gehen bei einer sanften Handmassage.

Es war diese Mischung aus sachlicher Information und verschiedenen symbolischen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten, nicht zuletzt aber vor allem die Möglichkeit des Austauschs, die diesen Tag zu einem eindrücklichen Erlebnis des „geteilten Leids“ machte. Das Angebot für betroffene Interessenten künftig die Räume der Ambulanten Hospizgruppe für eine Selbsthilfegruppe zur Verfügung gestellt zu bekommen, lies diesen Tag bei aller Schwere hoffnungsvoll zu Ende gehen.

Claudia Schäfer-Bolz

Benefizevent EINFACH LEBEN – Crazy Art trifft Chilly Sound

Hören, staunen und einen chilligen Abend genießen können Sie am Freitag, den 26. April, wenn es bei der Ambulanten Hospizgruppe wieder einmal heißt: EINFACH LEBEN!

Diesmal trifft CRAZY ART auf CHILLY SOUND: Im Benefizkonzert können Sie die Band „ChillyJazz“ erleben, die mit leichter Hand und ihrem typischen Sound eine Mischung aus Jazz, Swing und Pop kreiert. Unterstützt werden die fünf Musiker an diesem Abend vom big-band-artigen Einsatz des „Saxofon Quintett 4+1“ und der temperamentvoll gezupften Instrumentalmusik von „TrioCorde“, die mit zwei Konzertgitarren und einem Akustikbass etwas Latin, Bossa Nova und eine Brise Swing-Manouche beisteuern. Um das Kunsterlebnis komplett zu machen, werden zu diesen Klängen Skulpturen von Stefanie Otto und Werke der artAPart-Künstlerin Andrea Pfisterer zu sehen sein.

 

Einfach Leben – Crazy Art trifft Chilly Sound:
Freitag, 26. April im Exil Theater, Güterbahnhof 5, in Bruchsal.
Einlass ist ab 19:00 Uhr, Konzertbeginn um 20:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei – die „Ambulante Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“ freut sich über Spenden!

Erste Hilfe bei schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer

So sehr wir hoffen, von Krankheit, Schmerzen, Schicksalsschlägen, von Verlust und Tod verschont zu bleiben, so sehr erleben wir, dass menschliches Leben störanfällig und verletzlich ist. Wir wissen im tiefsten Grund unserer Seele, dass wir daran nicht vorbeikommen, sei es im engeren oder weiteren Umfeld, sei es am eigenen Leib. Da ist es hilfreich, sich unbefangen und rechtzeitig -auch wenn es vielleicht noch keinen aktuellen Anlass gibt über Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Umso leichter lassen sich diese dann bei Bedarf annehmen. Leider ist nicht nur uraltes, überliefertes Wissen zur Begleitung Sterbender in den letzten Jahrzehnten schleichend verloren gegangen, sondern es gibt immer wieder auch Neues, das zu wissen von Nutzen sein kann. Je weniger wir informiert sind, je mehr Angst haben wir, der Situation nicht gewachsen zu sein. Dabei braucht es nicht viel. Wir brauchen ein bisschen Know-how und etwas Mut! Beides soll Ihnen in diesem Seminar vermittelt werden. Claudia Schäfer-Bolz ist Dipl. Sozialpädagogin und als Palliative-Care-Fachkraft seit 18 Jahren in der Sterbe- und Trauerbegleitung engagiert. Sie ist Koordinatorin der „Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“ und lädt ein zu einem informativen und kurzweiligen Seminar.

vhs-Kurs, Kursnummer 10622
Beginn: 4. April 18:00 – 21:00 Uhr
Ort: Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal
Kursgebühr: 15 Euro
Kursleitung: Claudia Schäfer-Bolz
Anmeldung bitte über die vhs Bruchsal

Foto: Ulrike Kuhlmey

Wenn ein Mensch, den man liebt, sich das Leben nimmt – Seminartag zum Thema Suizid

Es geschieht häufiger als gedacht. Wer damit konfrontiert ist, kommt um die schmerzhafte Erfahrung nicht herum, dass im Umgang mit dieser Todesart so vieles anders ist.

Angehörige von Suizidopfern finden oft keinen Weg aus Gedanken, Selbstvorwürfen und der Frage nach dem „Warum“.

Kann man Suizid überhaupt verstehen? Dieser Frage wollen wir an einem Seminartag für hinterbliebene Angehörige nachgehen. In einem Vortrag soll zunächst der Focus darauf gelegt werden, wie es zum Suizid kommen kann. Wir werden uns Zeit nehmen, zu hören und zu fragen, zu reden oder zu schweigen und zu weinen.

Termin: Samstag, 23. März, 10:00 bis ca. 15:00 Uhr
Ort:      Ambulante Hospizgruppe, Kaiserstraße 18, 76646 Bruchsal
Kosten: 15 € (inkl. Getränke und Imbiss)

Anmeldung bitte bis 15.03. unter 07251 – 320 40 10

Durch den Tag begleitet Sie:
Tatjana Hartmann-Odemer
Systemische Beraterin und Systemische Supervisorin, Mediatorin in eigener Praxis.
Seit 2010 in der Hospizarbeit tätig

Foto: Ulrike Kuhlmey

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