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Leben dauert bis zum Schluss- Wo würden Sie gern sterben? Die Koordinatorinnen der Ambulanten Hospizgruppe informieren über Möglichkeiten am Lebensende

Die Frage nach der eigenen Vergänglichkeit bleibt in unserem Alltag meist im Hintergrund. Die täglichen großen und kleinen Aufgaben, Pläne, Freuden und Sorgen halten uns auf Trab. Und dennoch werden wir manchmal ganz plötzlich mit dem Sterben konfrontiert – sei es durch eine eigene Diagnose oder die von geliebten Menschen. Und dann ist sie da, die Frage: Was wünsche ich mir für mich – wo würde ich gern sterben? Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt?

Eine Möglichkeit ist das stationäre Hospiz. Hier sind alle Kräfte vereint, um Sterbende und deren Zugehörige zu begleiten. Allerdings sind Hospizplätze rar und die Wartelisten meist lang. „Zur Wirklichkeit gehört auch“, so Ulrike Fank-Klett, leitende Koordinatorin der Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung, „dass Bewohner eines Pflegeheimes nur selten einen Hospizplatz bekommen, weil sie bereits pflegerisch gut umsorgt sind“.

Zusätzlich haben die Pflegeheime die Möglichkeit, neben den eigenen Pflegekräften, eine palliative Begleitung anzubieten. Das bedeutet, dass das Augenmerk vor allem auf möglichst viel Lebensqualität des sterbenden Menschen liegt. Ganz nach dem Satz von Cicely Saunders: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben“. Für das geistige und seelische Wohl der Betroffenen und ihrer Zugehörigen kommen Ehrenamtliche der ambulanten Hospizdienste ins Pflegeheim. Sie sind speziell für Sterbebegleitungen geschult und von der Koordination des Hospizdienstes passend für den Sterbenden und sein Umfeld ausgesucht.

Neben ihrem Wissen bringen diese Ehrenamtlichen Erfahrung, ein offenes Ohr und wertvolle Zeit mit.

Auch im Krankenhaus, wo Pflege und medizinische Versorgung gegeben sind, kann für die seelische Unterstützung ein ambulanter Hospizdienst hinzugerufen werden.

„Und natürlich“, so Kristina Weinert, Koordinatorin der Ambulanten Hospizgruppe, „kommen wir auch zu den Menschen nach Hause“. Ulrike Fank-Klett erklärt weiter: „Neben einem ambulanten Hospizdienst kann am Wohnort bei Bedarf ein Versorgungsnetz aus hausärztlicher Betreuung, SAPV-Teams (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) und Pflegediensten geschaffen werden, mit dem auch zu Hause das Sterben so gut wie möglich gestaltet werden kann.“

Bleibt am Schluss nur noch eine Frage: Wo würden Sie gern sterben?

 

Bild: Claudia Leitloff