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Swing, Skulpturen und Szenenwechsel – Benefizevent für die Ambulante Hospizgruppe

Es war wie eine musikalische Reise, zu der sich die zahlreichen Gäste des Benefizevents im Exil Theater entführen lassen konnten. Nach einer Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der „Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“, Ernst-Dieter Elschner, ließen sanfte Klänge der Band Chilly Jazz die Zuhörer genussvoll schwelgen. Zur Musik von Klavier, Bass und Schlagzeug luden zarte Klänge des Saxofons oder der stimmungsvolle Gesang von Heidi Gretenkord und Wolfgang Wittke zum Träumen ein. Und mit Einsatz der Band Trio Corde war auch klar, wohin die Traumreise führte: Zu den heißen Rhythmen Südamerikas. Die Finger der Gitarristen Harry Jäger, Ulrich Meier-Czolk und Uwe Gretenkord glitten nur so über die Saiten, die Füße wippten und Chilly Jazz Schlagzeuger Thomas Winkler, der „Wandler zwischen den Welten“, gab auch hier problemlos den Takt an. Nach so viel südamerikanischem Temperament konnten Chilly Jazz mit „Fly me to the Moon“ den Puls der Zuhörer wieder beruhigen – nur um sie kurz darauf mit der Unterstützung von „Vier+Eins Saxofon Quartett“ und dem Song „Ulla in Africa“ feurig in afrikanische Gefilde zu versetzen. Die Saxofone brachten jede Menge Swing und echtes Big-Band-Feeling in den Saal und das Publikum schwungvoll in die Pause. Dort gab es neben einem Getränk auch Kunst zu genießen. Stefanie Otto zeigte einige ihrer Skulpturen und berichtete den Gästen lebhaft von der zwanzigjährigen Schaffensgeschichte, die sich in den Werken spiegelte. Bei umstrickten Schachfiguren mit dem augenzwinkernden Titel „Verlieren tut nicht weh“, weiblichen Körpern aus Draht, Beton oder Holz, Engelsfiguren oder Treibholzfischen mit Mosaik-Schwänzen war die Kreativität in jeder Ecke spürbar. Und wie auch das Leben selbst, überraschten die Ergebnisse Ottos neuester Methode, der Tonbrenntechnik Raku, mit einzigartigen Formationen und Zeichnungen auf den Skulpturen. Dass man Neues nicht nur an Figuren, sondern auch optisch kreieren kann, veranschaulichten die Bilder von Andrea Pfisterer sehr eindrucksvoll. „Es kommt vielleicht daher, dass meine Wurzeln in der Malerei liegen“ erklärt sie ihre Faszination dafür, mithilfe der Fotografie aus scheinbar bekannten Formen durch einen Perspektivwechsel ganz neue Bilder zu erschaffen. Am liebsten arbeite sie dabei mit architektonischen Besonderheiten, doch auch Menschen konnte sie in ihren Bildern durch Spiegelungen in neue Szenen versetzen. Nach der Pause empfing Claudia Schäfer-Bolz, Leiterin der Ambulanten Hospizgruppe, die Gäste mit einer kurzen Beschreibung der hospizlichen Arbeit. Mit einem Text, der Jorge Luis Borges zugeschrieben wird, erinnerte sie daran, den Moment zu genießen und entspannt zu sein. Eine Lebensart, die die Musiker auf der Bühne durch ihre Professionalität und Gelassenheit mit jeder Faser versprühten und von der sicherlich auch die Gäste an diesem Abend eine große Portion mit nach Hause nehmen konnten. So blieb dem Vorsitzenden der Hospizgruppe am Schluss nichts weiter zu sagen, als „Dankeschön“ – allen Künstlern, dem Exil Theater, dem unermüdlichen Event-Organisator Uwe Schreiber und allen Gästen, für diesen wundervoll entspannten Abend – ganz chillig eben.

Fotos: Ulrike Kuhlmey, Klaus Matthias Hasert