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…Noch mal leben vor dem Tod – Gedanken zu Abschied, Sterben, Tod und Trauer

Die Nachdenklichkeit, die dem November innewohnt, passte gut zum Themenschwerpunkt des Abends, zu dem Iris Bruns-Riehl, Kreisvorsitzende der Frauen-Union Karlsruhe-Land in die Räume der „Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“ eingeladen hatte. Claudia Schäfer-Bolz, als Sozialpädagogin und Palliative-Care-Fachkraft  seit nahezu 20 Jahren in der Hospizarbeit engagiert verstand es, die zahlreichen Anwesenden mit hinein zunehmen in Grundfragen des Menschseins.  Jeder Mensch, der eine früher, die andere später, der eine laut, die andere leise stellt sich solche Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der tiefere Sinn meines Daseins? Worauf darf und kann ich hoffen? Die Erfahrung aus der Hospizarbeit zeigt, dass es genau diese Fragen sind, die angesichts eines  schweren Schicksals und der absehbaren Endlichkeit des Lebens aufbrechen können.

Die Anwesenden waren eingeladen, dem nachzuspüren, was das Leben lebenswert macht, Heilsein im Unheil -geht das? Was zählt und trägt in der Krise? Welche Spuren möchte ich hinterlassen? Und wie will ich in Erinnerung bleiben?

Weil es in solch schwierigen Lebensabschnitten Menschen braucht, die es gut meinen und die keine Berührungsängste haben, erläuterte die Referentin das unterstützende Angebot, wie es von der Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal, als einem Netzwerkpartner der Palliativen Versorgung gemacht wird. Was können wir tun, wenn nichts mehr zu machen ist? Wenn keine Hoffnung mehr auf Heilung besteht, worauf dann? Es ist die Hospiz- und Palliativversorgung, die hier gefragt ist und Angebote macht. Begleitung am Lebensende meint ein Dasein für- und miteinander: Schweigend, ohne große Worte, soll ein Zeichen menschlicher Solidarität gesetzt werden: „Ich halte es mit Dir aus, ich fliehe nicht vor Dir und Deiner Hinfälligkeit, vor Deinem Leid, Deiner Wut, Deinem Seelenschmerz“. Manch ein Kontakt zu den Angehörigen endet nicht mit dem Tod, sondern mündet in ein breites Spektrum verschiedenster Trauerbegleitungsangebote, die die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen machen.

Foto: Frauen-Union Karlsruhe-Land