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Seminartag zum Thema: Wenn der Sinn sich verbirgt – Tod und Trauer und die Frage nach dem Sinn

„Einfach Puderzucker drüber streuen hilft bei der Trauer nicht“ erklärte Dr. Sandra Michels, Therapeutin, Supervisorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Freiburg, und erntete zustimmendes Nicken von den Zuhörern im Raum. Viele – egal ob sie selbst in Trauer sind oder trauernde Menschen begleiten – hatten diese Erfahrung bereits gemacht. Deshalb waren sie der Einladung der „Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“  und der Klinikseelsorge der Bruchsaler Fürst-Stirum-Klinik ins Vinzentiushaus gefolgt, um dort bei einem Seminar der Frage nach dem „Sinn“ in der Trauer etwas näher zu kommen. Nach der Begrüßung durch die Leiterin der Ambulanten Hospizgruppe Claudia Schäfer-Bolz beschrieb Dr. Michels in ihrem Vortrag körperliche und seelische Auswirkungen der Trauer. Sie ging auf theoretische Grundlagen ein und legte besonderen Wert auf die Individualität, mit der jeder Mensch diesen Prozess durchlebt. Geht es zunächst oftmals ums pure Überleben, stellen sich später Fragen ein – Fragen, auf die es einfach keine Antwort zu geben scheint. Wie kann man aber umgehen mit diesen Fragen? Mit Worten des Dichters Rainer Maria Rilke bat Dr. Michels die Gäste um Geduld, weil man in manche Antworten erst Schritt für Schritt hineinleben müsse. Um die Suche nach dem Sinn und das Warten auf die Antworten zu erleichtern, hatte sie aber Anregungen dabei: Wege, Sinn zu erfahren – und sei es auch nur für den Augenblick und die Einsicht: Trauer ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Nach einer Mittagspause, in der die Bruchsaler Lebenshilfe mit ihrem Catering ein besonders schmackhaftes Beispiel für Sinneserfahrungen lieferte, konnten sich die Gäste in Workshops selbst einbringen. Dank der Offenheit vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften in der anschließenden Zusammenfassung auch persönliche Herangehensweisen ausgetauscht und weitergegeben werden. Bevor Bernd-Michael Beck, Klinikseelsorger im Bruchsaler Krankenhaus, den Seminartag mit einem Segen zum Abschluss brachte, faltete Sandra Michels mit allen Gästen noch einen bunten Papierschmetterling. Eine kleine Erinnerung daran, dass manche Veränderungen Geduld und Zeit brauchen und ein Symbol dafür, dass Leben sich auch aus dunklen und engen Verhältnissen, wie sie der Kokon darstellt, wieder entfalten kann, ganz anders und nicht unbedingt leicht.